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IB-Info Nr. 20100715 / Juli 2010 Eislinger Bildungszentrum des Internationalen Bundes (IB) Vom Projekt zum Regelangebot Am Donnerstag, 15. Juli, wurde im Hotel des Internationalen Bundes (IB) in Stuttgart-Vaihingen mit einem lachenden und einem weinenden Auge gefeiert: Während sich etliche junge Menschen darüber freuten, „endlich arbeiten und Geld verdienen“ zu können, bedauerten andere – unter ihnen Lehrer, Ausbilder, Wissenschaftler sowie mit den organisatorischen Abläufen Betraute –, dass ihre Projektarbeit beendet sei. Zumindest offiziell und im Rahmen der bisherigen Fördermaßnahmen, wie einigen Reden geladener Gäste entnommen werden konnte. Doch nachdem die Umsetzung des vor drei Jahren als befristet unterstützten JOBSTARTER-Projekts „Vollzeitschule und Kammerabschluss“ derart erfolgreich verlief, soll es nun ab dem nächsten Schuljahr als Teil des Regelangebots an drei IB-Standorten – darunter in Eislingen – weitergeführt werden. Stuttgart-Vaihingen/Eislingen. (ar) Es war ein ehrgeiziges Vorhaben, das der IB Verbund Württemberg nach der Novellierung des § 43 Absatz 2 BBiG (Berufsbildungsgesetz) zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart entwickelt hatte. – Selbst wenn es schon von Beginn an nicht ganz unumstritten war. – Aber es ermöglicht, schulische und berufliche Ausbildungen miteinander zu verzahnen. Und damit erhalten nun auch die Jugendlichen eine Chance, die bis dahin keinen regulären Ausbildungsplatz finden konnten. Grund genug für das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Europäische Union sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) den Topf „JOBSTARTER“ des Europäischen Sozialfonds (ESF) zu öffnen und die dem Gesetz folgende Idee unter dem Namen „Vollzeitschule und Kammerabschluss“ (VOKA) eine Ausbildungseinheit beziehungsweise dreieinhalb Jahre lang als Pilotprojekt zu fördern. Dies bekräftigten der Wissenschaftliche Mitarbeiter des BiBB, Wolfgang Müller-Tamke, sowie Christa Oberth vom JOBSTARTER Regionalbüro Süd einmal mehr in ihrem Grußwort bei der VOKA-Abschlussveranstaltung am 15. Juli im IB-Hotel in Stuttgart-Vaihingen. Begleitet, evaluiert und dokumentiert wurde der gesamte Verlauf vom Institut für Marketing und Unternehmensmanagement (IMU) am Standort Stuttgart. Dessen Mitarbeiterin Sylvia Stieler meldete immer wieder entsprechende Zwischenergebnisse, und nach dem Ende der Fördermaßnahmen zum 31. Juli wird sie noch einen abschließenden Bericht erstellen. Was ist VOKA? Um dieses komplexe Thema „VOKA“ auch denjenigen anschaulich zu erklären, die nicht direkt involviert waren und sind, hatte der IB ein kleines Filmportrait fertigen lassen, welches den Gästen im Rahmen der Verabschiedung gezeigt wurde. Darin zu sehen ist die aus Russland stammende, 23-jährige Lena Schlej, die in ihrer neuen Heimat Deutschland zunächst die Hauptschule mit Werkrealschule in Gingen an der Fils abschloss und danach über die Hauswirtschaftlich-Sozialpädagogische Berufsfachschule in Geislingen an der Steige die Mittlere Reife erlangte. Nun – im Zeitraum von nur drei Jahren – erzielte sie auch die Fachhochschulreife und absolvierte gleichzeitig, in Verbindung mit entsprechendem Zusatzunterricht sowie einer ausbildungsbegleitenden Unterstützung durch einen Jobcoach, eine Ausbildung zur Fachinformatikerin mit Schwerpunkt Systemintegration. Selbstverständlich funktioniert dieser Weg nicht ohne Kooperationspartner aus der Wirtschaft: Denn das dritte Jahr muss als Praktikum in einem von der IHK anerkannten Ausbildungsbetrieb nachgewiesen werden, da die Kammer ansonsten den Antrag auf die Externen-Prüfung von vornherein ablehnt. Lena hatte das Glück, im Geschäftsführer des Systemhauses sgp mit Sitz in Geislingen, Jürgen Mollenkopf, einen Ausbilder zu finden, der Neuem offen gegenüber steht und sich auf dieses „Abenteuer“ einließ. Wenn Lena jetzt auch noch zwei innerbetriebliche Aufgabenstellungen erfolgreich meistert, winkt ihr sogar ein Anstellungsvertrag.
Doch war die junge Frau nicht die einzige VOKA-Schülerin in Eislingen. Neben ihr erhielten noch vier weitere – Valandis Eleftheriadis, Nilgün Öztürk, Markus Rommel und Harald Märklin-Stradinger – ein Zertifikat, das die Teilnahme an diesem innovativen Projekt dokumentiert. Dass dieses von Erfolg gekrönt war, ist nicht zuletzt auch dem zuständigen schulischen Ausbilder, Diplom-Ingenieur Yusuf Cabir, zu verdanken. „Ohne ihn“, so der Eislinger IB-Programmgeschäftsführer Johann Dubb, „wäre alles nur halb so gut gelaufen.“ Cabir, der in seinem Leben außerhalb des Internationalen Bundes ein kleines Unternehmen in der IT-Branche führt, hat auch schon selbst innerbetrieblich ausgebildet. „Die Erfahrung aus dem Dualen System hat mir natürlich sehr geholfen.“ Er – ebenso wie jeder andere Beteiligte in Eislingen – befürwortet deshalb ein Weiterlaufen des Projekts beziehungsweise dessen Übernahme in das Regelangebot der Einrichtung: „Der Erfolg unserer ersten Klasse beweist ja schon, dass es eine gleichwertige Alternative ist. Mit den nachfolgenden Klassen wird es noch besser, weil wir da ‚Kinderkrankheiten‘, mit denen jedes Modell und jede Pionierarbeit zwangsläufig behaftet ist, schon von vornherein ausschließen können.“ Wer an weiteren Informationen über die Angebote interessiert ist, kann sich von Montag bis Freitag zwischen 8 bis 16 Uhr an das IB-Bildungszentrum Eislingen, Stuttgarter Straße 92, wenden. Telefonische Auskünfte können unter der Rufnummer 07161-98413-0 eingeholt werden. Wer ist der IB? Der Internationale Bund (IB) ist mit seinem eingetragenen Verein, seinen Gesellschaften und Beteiligungen einer der großen Dienstleister in den Bereichen Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland. Der IB ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Bundesweit helfen mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IB in 700 Einrichtungen und Zweigstellen an 300 Orten jährlich rund 350.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei der beruflichen und persönlichen Lebensplanung. Weitere Informationen stehen im Internet unter http://www.ib-bildung.de. (ca. 6.000 Zeichen)
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Impressum:
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TEXT Adriana Rossi
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FOTO Thomas A. Jeschke |