März 2008

Orchideen-Kalender

Anpassungsfähige Schönheiten

„Immer wenn ich fröhlich bin, male ich Orchideen, bei schlechter Laune Zweige des Bambus.“ Juc Yin (um 1200), Malermönch

Ihre zarten Blüten, reich an Farben und Formen, ziehen den Menschen bereits seit mehr als 2.500 Jahren in ihren Bann. Wie eine besondere Kostbarkeit der Natur erschien sie schon ihren Bewunderern im Alten China. Und so verwendete Konfuzius (551-470 v. Chr.) für sie ein Schriftzeichen, das „Eleganz“, „Reinheit“, „Anmut“, „Vollkommenheit“, „Liebe“ und „Schönheit“, aber auch „junges Mädchen“ bedeutet: „lán“. Ihren Namen „Orchidee“ erhielt sie erst etliche Jahrhunderte später von dem französischen Botaniker Antoine Laurent de Jussieu (1748-1836), der 1789 die „Orchidaceae“ als eigenständige Pflanzenfamilie klassifizierte. Jedoch, der Wortstamm, aus dem sich der Begriff „Orchidee“ entwickelte, ist dem griechischen Philosophen und Naturforscher Theophrastros von Eresos (etwa 370- 287 v. Chr.) zu verdanken. Dieser Schüler des Aristoteles (384-322 v. Chr.) muss wohl ein sehr pragmatischer Zeitgenosse gewesen sein, war er doch der Meinung, dass die beiden unterirdischen Wurzelknollen der von ihm beschriebenen Pflanze männlichen „Hoden“ ähnelten – weshalb er sie kurzerhand als „orchis“ bezeichnete. Doch tat diese recht unelegante Namensgebung dem Siegeszug der imposanten Blütenstaude keinen Abbruch. Denn während Theophrast vermutlich nur die mitteleuropäische Sorte des „Orchis morio“ – auch bekannt als „Knabenkraut“ – zu Gesicht bekam, wissen wir inzwischen um die schier unglaubliche Vielfalt unter dieser Pflanzengattung. Fachleuten zufolge gibt es weltweit zwischen 20.000 und 35.000 Arten. Hinzu kommen weitere rund 100.000 Kreuzungen. Tatsachen, die der Orchidee im Laufe der Jahrhunderte schließlich vielerorts den Beinamen „Königin der Blumen“ einbrachten.

Auch wenn die meisten Arten in den südamerikanischen und asiatischen Tropen vorzufinden sind, so hat die anpassungsfähige Schönheit sogar Plätze bis in Alaska für sich erobert. Nur in den Hochgebirgsgipfeln, in den großen Wüsten und den Polarregionen wächst sie nicht. Wobei das nicht so bleiben muss: Orchideen stehen bis heute noch mitten in der Evolution. Deshalb entwickeln sich immer wieder neue Arten, optimal an ihre Umgebung angepasst. Selbst der Entdecker der Evolutionstheorie, Charles Darwin (1809-1882), soll einmal gesagt haben: „Orchideen haben mich mehr fasziniert als fast alles andere in meinem Leben.“

In Europa zählt man etwa 250 Arten, davon allein in Deutschland knapp 70. Die Vermehrung findet auf unterschiedliche Weise statt – durch Samen, aber auch vegetativ, also beispielsweise durch Knollenbildung. Im Erwerbsgartenbau erfolgt die Vervielfältigung in der Regel künstlich über Meristeme, eine Ausbildung so genannter embryonaler Zellen. Die weltweit hohe Nachfrage nach den exotischen Blumen führte dazu, nach Möglichkeiten günstiger und einfacher Züchtungen zu suchen. Zwar wurden in Europa schon lange vor ihrer Einführung aus Übersee heimische Arten kultiviert. Aber erst nachdem 1615 die erste tropische Orchidee in Holland erblühte, und auch durch die englische Kolonisation im 19. Jahrhundert zahlreiche Varianten ihren Weg in die Alte Welt fanden, stieg neben dem Interesse der Forscher ebenso das von Privatpersonen. Einigen von ihnen war für seltene Exemplare kein Preis zu hoch: Noch 1903 zahlten spleenige Sammler für eine einzige Pflanze bis zu 20.000 Goldmark.

Massenproduktionen in Taiwan, Thailand und den Niederlanden machen Orchideen heute zu einem preiswerten Objekt. Sogar in Deutschland hat sich die Menge der „in vitro“ – also im Reagenzglas produzierten Orchideen zwischen 1991 und 2000 mit über 12 Millionen Pflanzen fast verfünffacht. Allerdings gibt es auch windige Geschäftemacher, die natürliche Bestände plünderten, und so sind zahlreiche Arten vor dem Aussterben bedroht, oder sogar ganz von der Bildfläche verschwunden. Die Abholzung der Regenwälder in den Tropen sowie die landwirtschaftliche Nutzung des Lebensraumes der Orchidee in Europa taten ihr übriges. Deshalb werden alle Orchideen im seit dem Jahre 1973 existierenden Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) erfasst und stehen unter Naturschutz.

Aber Orchideen sind nicht nur als Deko-Artikel attraktiv. Einige, wenige Arten werden sogar als Nutzpflanzen verwendet. Die Gewürzvanille gehört dabei wohl zu den bekanntesten Beispielen. (Wobei hier vor allem der Endverbraucher gewarnt sein möge: Echte Vanille wird aus ihren Schoten gewonnen. Das meiste Vanillin aber wird seit dem Zweiten Weltkrieg chemisch und billig aus dem Lignin von simplem Fichtenholz gewonnen.) Andere wiederum werden als Zusatzmittel für Parfüm und Tabak eingesetzt. In Mexiko wurden Orchideen kultiviert, schon lange bevor die Spanier das Land eroberten: Die Azteken schätzten die „Tlixochit“ nicht nur als Gewürz für ihren „chocoatl“, sondern auch als Arzneipflanze, der man unter anderem giftwidrige Eigenschaften zuschrieb. Später gehörte sie in Europa ebenfalls zeitweilig zu den pharmazeutischen Mitteln und wurde mitunter gerne als Aphrodisiakum genutzt.
Doch damals wie heute war und ist die Orchidee vor allem eines: eine prachtvolle Zierpflanze. Und wen sie einmal betört und mit ihrer Vielfalt verzaubert hat, wird ihr ein Leben lang verfallen sein.

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REDAKTION

Adriana Rossi
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November 2010

Nur noch wenige Orchideen-Kalender 2011 verfügbar!

Fotos: Volkhardt Caruna Medien / Sinnblick /
                Carlucci

Der Fotodesigner Michael Tilp von der Firma Sinnblick und Robert Bröll von Volkhardt Caruna Medien präsentieren den neuen Kalender „Orchideen 2011“:
Fotos: Volkhardt Caruna Medien / Sinnblick / Giacinto Carlucci

Amorbach/Stuttgart/Kirchheim unter Teck. Die Nachfrage nach der Königin der Blumen ist groß: Die Orchidee! Ihr Name steht für Schönheit, Liebe und Fruchtbarkeit. Die kraftvollen und reinen Farben und die Vielfalt der Formen begeistern nicht nur Blumenliebhaber. Der Verführung erlag auch der plexus Verlag, der in Zusammenarbeit mit Volkhardt Caruna Medien, Fotodesigner Michael Tilp und Kommunikationsdesigner Daniel Thajer von der Firma Sinnblick diesen einzigartigen hochwertigen Kalender im Format A3 für das Jahr 2011 limitiert aufgelegt hat. Dieser Orchideenkalender ist nicht nur „ein Kalender“, sondern ein Kunstdruckwerk. So wurde der Kalender bei der spezialisierten Stuttgarter Buchhandlung für Fotografen Lindemanns sofort gelistet. Da die Fotografien im gleichbleibenden Format angelegt sind, eignen sich die Blätter auch als gerahmter Wandschmuck. Ein Muss für jeden Blumen- und Kunstliebhaber. Sichern Sie sich jetzt Ihren persönlichen Kalender, da nur noch wenige Exemplare verfügbar sind.

 

Daimyô Jackson; Foto: Roy Beusker / KIEN Productions

Die Orchidee - „Königin der Blumen“.

Service für den Leser:
Informationen und Bestellungen zum Orchideen-Kalender unter
www.plexus-verlag.de; info@plexus-verlag.de; per Fax: 09373/9714-11; Preis pro Exemplar 12,95 € zzgl. Versand.

 

 

 

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