IB-Info Nr. 20080505 „Internationaler Bund“ – Außenstelle Eislingen Zukunftsaussichten für Sorgenkinder Es waren gute Gespräche, die zwischen Lehrern öffentlicher Hauptschulen und Vertretern der Eislinger Niederlassung des Internationalen Bundes (IB) geführt wurden. „In Zukunft wollen wir einen solchen Informationsaustausch öfter durchführen“, so die einhellige Meinung aller Beteiligten.
Die Einrichtung bietet ab dem Schuljahr 2008/2009 für Hauptschüler beispielsweise die zweijährige „Berufsfachschule Wirtschaft“ im Vollzeitunterricht inklusive von Praktikumsblöcken, die mit der Fachschulreife abschließt. Wer im Rahmen des JOBSTARTER-Projekts noch ein weiteres Jahr investiert, darf danach sogar gleich in das Berufsleben einsteigen. Denn gute Schüler können mit Zusatzunterricht und einem Vollzeit-Betriebspraktikum, – also innerhalb von insgesamt drei Jahren – neben der fachlich gebundenen Mittleren Reife einen vollwertigen IHK-Abschluss zur Bürokauffrau beziehungsweise zum Bürokaufmann erreichen. „Diese VOKA - die Vorbereitung auf den Kammerabschluss - ist wirklich eine tolle Gelegenheit für alle, die gewillt sind, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“, so Sibel Murat, die Schulleiterin der Eislinger IB-Niederlassung. Auf Grund der Erfahrungen ihrer Vaihinger Kollegen, die bereits vor zwei Jahren mit diesem Konzept an den Start gegangen sind, „haben die angehenden Bürokaufleute echte Chancen auf eine Übernahme.“ Keinen aus den Augen verlieren Ein anderes Angebot ist die einjährige Berufsfachschule Metalltechnik, die sich besonders für junge Menschen mit Talent im Handwerk eignet. Deren Abschluss dient dann als Erfahrungsnachweis – was im Übrigen von zahlreichen Lehrherren ganz gern gesehen wird: „Bereits nach dem ersten Jahr konnten wir 10 von 17 Schülern in eine Ausbildung vermitteln. Im Jahr darauf waren es schon 12 von 18 Schülern – Tendenz steigend. Hilfreich sind da natürlich unsere guten Kontakte zu etlichen metallverarbeitenden Betrieben, die wir schon seit den Zeiten pflegen, als noch Umschulungen in unserem Hause durchgeführt wurden“, erläutert der hiesige IB-Programmgeschäftsführer, Johann Dubb. Geteiltes Leid ist halbes Leid Dass die IB-Schüler letztendlich dennoch gut auf den Weg gebracht werden, ist sicherlich nicht zuletzt des großen Engagements des IB-Teams und der zum Teil langjährigen Erfahrung der Pädagogen zu verdanken. Mit welchen Schwierigkeiten diese so manches Mal zu kämpfen hat, stellte Rüdiger Moll, zuständig für den Bereich „Berufsfachliche Kompetenz“ (BFK), in einem kleinen Vortrag dar. Dabei stellte er unter anderem fest, dass viele Jugendliche zwar einen Computer besäßen, doch selbst an den Grundanwendungen beispielsweise von Textverarbeitungsprogrammen mitunter völlig scheiterten. „Ganz schlimm ist es teilweise auch in den abstrakten Fächern, wie Volkswirtschaftslehre. Vor allem, wenn es um Zusammenhänge geht, die im wahren Leben aus politischen und ökonomischen Gründen ganz anders gelagert sind.“ Viel Spielraum, den Schülern diese Theorie zu vermitteln, bleibe aber nicht, da sich auch der IB an die staatlich vorgegebenen Rahmen-Lehr- und Stundenpläne zu halten habe. Die Gäste nickten zustimmend – im Prinzip über weite Strecken dieselben, bekannten Probleme. Obwohl – so Joppich: „Neulich traf ich einen meiner ehemaligen Schüler, der mir stolz sein dickes Auto zeigte. Wie er denn dazu käme, wollte ich wissen. Er meinte: ‚Ich handle mit Äpfeln. Ich kaufe sie für zwei Euro ein und verkaufe sie für vier. Und von diesen zwei Prozent Unterschied lebe ich …’. Gut, er mag es geschafft haben, auch ohne über das entsprechende Wissen zu verfügen. Aber das ist doch eher die Ausnahme.“ Die eigene Stärke entdecken Die Hauptschullehrer nutzten bei dem Informationsnachmittag aber auch gleich noch die Gelegenheit, die IB-eigenen Werkstätten zu besichtigen. Ihr Leiter, Bernhard Presthofer, erklärte die Inhalte der Grundlehrgänge und berichtete, dass pro Jahrgang etwa ein Drittel der jungen Menschen merke, dass der Metallbereich gar nichts für sie sei. „Das ist natürlich so besser, als wenn ihnen das in der Lehre klar wird.“ Wer ist der IB? Bundesweit verfügt der IB über fast 12.000 Mitarbeiter, die in insgesamt 700 Einrichtungen jährlich rund 350.000 Menschen unterschiedlichster Nationen und Altersstufen in ihrer beruflichen und persönlichen Planung unterstützen. Ins Leben gerufen wurde der eingetragene Verein im Jahre 1949. Heute kooperiert er mit mehr als 60 Partnerorganisationen in 30 Ländern. (ca. 7.500 Zeichen) Impressum: REDAKTION Adriana Rossi - aropra Presse- und PR-Service - E-Mail: info@aropra.de |