|
Food + Beverages Management Association e.V. FBMA-Treffen der Region Bayern (Sperrfrist: Beginn der Rede. Es gilt das gesprochene Wort.) Begrüßung Meine sehr verehrten Damen und Herren, jetzt, nachdem wir alle satt, trocken und zufrieden sind – und eben, ganz so wie es das Kind in uns gebietet, uns deshalb auch etwas schläfrig fühlen, möchten wir Sie dennoch um Ihre geneigte Aufmerksamkeit bitten. Mein Name ist Adriana Rossi und ich habe ein Büro für PR- und Presse-Service. Einer der Gründe, warum ich meinen Job so liebe, ist die große Abwechslung, die ich dabei erfahre. Ein anderer die Vielzahl an Begegnungen mit interessanten Menschen. Menschen beispielsweise wie Herbert Maierhofer, den Sie vermutlich vor allem als Planer von Deutschlands erster und bislang einziger Kunst-Raststätte „Illertal-Ost“ an der A7 her kennen, und der uns heute etwas über seine Arbeit und seine Lebensphilosophie erzählen wird. An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass nicht Herr Christian Pietsch, oder „Pietschiny“, wie sein Künstlername lautet, heute, wie in Ihrer Einladung angekündigt, den Vortrag halten wird, sondern wir das Programm etwas umgestalten werden. Des weiteren möchte ich auch einen Satz in der Pressemitteilung richtig stellen: Das Projektteam Maierhofer/Pietschiny hat nur bei dem Konzept „Der Beck“ in Erlangen zusammengearbeitet wobei Christian Pietsch für die Vermittlerrolle und für das gemeinschaftliche Aufmaß verantwortlich zeichnet. Illertal-Ost sowie sämtliche vorangegangenen Projekte wurden zur Gänze vom Planungsbüro und Atelier Maierhofer mit seinen Mitarbeitern ausgeführt. Das Thema, mit dem wir uns heute Nachmittag beschäftigen werden, heißt „Architektur und Kunst in Hotellerie und Gastronomie“. Wir dachten uns: Eigentlich ein viel zu schönes Thema, als dass wir es mit einer trockenen Rede verderben sollten. Wir haben uns deshalb zur Durchführung eines „Lustvortrages in drei Akten“ entschlossen. Denn wir wollen Ihnen Lust machen auf Veränderung, auf Farben und Formen, auf neue Gedanken. Gerade im Bereich Hotellerie und Gastronomie hängt doch so vieles mit Sinnesfreuden zusammen: Lust am Essen, am Trinken, am Erleben. Und irgendwie ist schließlich ein großer Teil der Berufe in dieser Branche auch mit Kunst verbunden: Allein wenn ich an die herrlichen Kompositionen in der „Haute Cuisine“ denke – sehen die angerichteten Speisen auf den phantasievoll dekorierten Buffets und Tischen nicht oft aus wie gemalt? Eigentlich fast zu schade, um banal über sie herzufallen, denke ich dann oft. Doch Sie freuen sich, wenn sich Ihre Gäste wohlfühlen und es ihnen schmeckt. Und eben weil Ihre Branche den Kunden ein positives Lebensgefühl vermitteln möchte, und eben weil Sie wollen, dass es den Leuten gut geht, initiieren Sie solche Zusammenkünfte wie heute. Um sich auszutauschen, Neues zu erfahren, und sich inspirieren zu lassen. Akt 1 unseres Programms wird deshalb die Vorstellung eines lustvollen und genießerischen Mannes sein. Gerhard Patz, den ich gleich im Anschluss vorstellen werde, wird während Akt 2 und 3 des heutigen Geschehens ein Bild von unserem Hauptdarsteller Herbert Maierhofer malen. Im Rahmen unseres Projektes „art & charity“ kann dieses Bild später käuflich erworben werden, wobei der Erlös dann einem guten Zweck zufließen wird. In Akt 2 werde ich Herbert Maierhofer auf der Grundlage eines Kataloges interviewen, den wir nach dem Prinzip: „Die häufigsten Fragen an H.M.“ zusammengestellt haben. Im 3. Akt schließlich spielen Sie, meine Damen und Herren, die Hauptrolle. Denn dann erhalten Sie etwa 30 Minuten die Zeit, Herrn Maierhofer mit Fragen zu löchern. Also, fangen wir mit der Vorstellung von Gerhard Patz an. 1. Akt: Kurz-Biographie Gerhard Patz Gerhard Patz, Mitdörfler und künstlerischer Wegbegleiter Maierhofers wurde 1953 im österreichischen Weiz nahe Birkfeld geboren. Das Malen erlernte er ab seinem 20. Lebensjahr, zunächst bei Prof. Franz Rogler in Graz, der ihm das Handwerk sowie die Klaviatur der Farben beibrachte. Später dann im Rahmen seiner zahllosen Museumsbesuche, wo ihn besonders Caravaggio, Velazquez, El Greco, Corot, Magritte, Balthus und viele andere Künstler interessiert und inspiriert haben. Schon früh begann ihn das „ambulante Atelier“ zu faszinieren also die Möglichkeit, überall da malen zu können, wo es sich gerade ergibt. Die poetische Energie eines Ortes und seines Ambientes ins Bild zu setzen, ist eine der Hauptkomponenten im Werk von Gerhard Patz. Akribisch beobachtet, dazu mit besonderer Begeisterung fürs Detail, fliesst die lokale Aura dann durch seine Pinsel, und trocknet hernach auf dem Bildformat zu Illustrationen, die oft Magritte´s Skurrilität mit Nestroy´s Humor verquicken. Wenn Patz einen Farbton abschmeckt, dann ist es wie das Anmischen einer Salat-Marinade für den stolzen Besitzer einer Profikochhaube. Und eine Färbung anzumischen ist für Patz wie für den Hobbykoch das Abschmecken einer Sauce. Wäre da nicht manchmal dieser penetrante Farbgeruch. Will Patz diesem entgehen – aber das ist in Wahrheit nur ein Grund ist der leidenschaftliche „Aussenmensch“ und notorische „Türen-offen-Lasser“ sommers wie winters hauptsächlich im Freien aktiv. Was ihn aber nicht davon abhielt, ein Mal auf einer griechischen Insel die Innenflächen der Vitrine eines Fischrestaurants mit submarinem Leben zu gestalten. Hierfür saß er zwei Tage in einem Karton, etwas grösser als der für eine Waschmaschine – ganz so eben, wie es ihm das Gesetz der Improvisation und Adaption befahl. Gerhard Patz ist als lustvoller (da haben wir sie wieder, die Lust) – also als lustvoller Querfeldein-Maler, den es bei jedem Wetter im Freien hält wie eine angegraute Bergziege. Und oft ebenso verschmolzen in das Ambiente seiner Arbeitsstätte, wie in folgender Szene: Patz saß eines Tages bei schlechtem Wetter malend in einer Kapelle am Straßenrand, als ein altes Männlein mit kobaltgrüner Krawatte ihn vorwurfsvoll ansprach: „Warum bedrängen Sie die Muttergottes so?“ „El buen pulso“, wie er bei seinen mexikanischen Freunden heißt, bevorzugt größere bis große Formate. Vor allem aber liebt er Wand- und Deckenmalereien. Arbeitsweisen also, die den gesamten Körpereinsatz fordern wie ein Sport nur eben noch mit Gehirn. Deshalb ist es auch nicht sehr verwunderlich, wenn der Künstler für sich selbst jedwede Trend-Sportart ablehnt, jedoch zum eifrigen Gebrauchssportler wird, wenn es darum geht, von einem Ort zum andern zu gelangen. Sei es in querfeldein-sportlich-aufrechtem Gang, oder mit dem Fahrrad, seinem fahrenden Fauteuil. Gemütlich auf dem Drahtesel durch die Gegend zu gondeln, und zwischendurch seinen Kaffee zu trinken, zählt für Patz soviel wie ein Katamaran – eine weitere Leidenschaft des Künstlers. Bei der Arbeit liebt Patz Musik, oder eine kompatible Straßenszene mit gutgelaunten Menschenkindern und Tieren sowie mit deren Nachwuchs. Wie jeder halbwegs moderne, avantgardistische Künstler ist auch Patz vom „Baletto banale des Alltags“ begeistert, und ortet manchmal Koordinaten, die ihn als „Robin Hood der Malerei“ ausweisen. Und dann können sich selbst triviale Shoppingcenter-Parkplätze zu Kulissen für operettenhafte Aufmärsche mehrdeutiger Skurrilismen falten. Pinsel haben eben viele Seiten und sie zu schwingen ist dem Fechtsport nicht unverwandt. Generell verabscheut Patz zoologische Gärten, nimmt dafür jedoch dann und wann lustvoll ein Bad in der Menge, wie bei einem Bierfest etwa, oder einem anderem anthropomorphen Event. Patz’ Bilder sind für oftmalige Betrachtung geeignet, da sie immer weitere, vorher noch nicht gesichtete Details preisgeben wie ein jagdlicher Pirschgang auf ein hochedles Wild. Details, die man vorher noch gar nicht bemerkt hat wie die Choreografie des Straßenlebens eben. Oder anders gesagt: Schlicht die reinste Erholung! (gp/hm) 2. und 3. Akt: Fragen-Katalog an Herbert Maierhofer (Das Interview führte Adriana Rossi. Sein Referat hielt Herbert Maierhofer im Hotel Eibacher Hof) An der Bundesautobahn A7 von Memmingen nach Ulm hat erstmals ein privater Investor in Deutschland eine Raststätte gebaut. Die Grundstücksgesellschaft Objekt Illertal mbH & CO KG, kurz GLV, mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen hat hier nicht nur eine reine Ausspeisungs-Gastronomie errichtet, sondern nach österreichischem Vorbild Kunst, Kultur und Erlebnis in das Bauvorhaben eingebracht. Zu diesem Zwecke wurde der steirische Künstler und Innenarchitekt Herbert Maierhofer mit der gesamten Gestaltung des Objektes betraut.
Maierhofer hat in seiner Heimat im Bereich der Gastronomie und Freizeitanlagen schon einige aufsehenerregende Projekte verwirklicht, und zum besseren Verstehen des geplanten Objektes möchten wir nachfolgend dieses nicht nur in nackten Zahlen präsentieren, sondern Ihnen auch die dahinterstehende Philosophie näherbringen. Die Kunst-Raststätte liegt an der Autobahn A7 zwischen Memmingen und Ulm. Das dreigeschössige Gebäude hat insgesamt 212 Sitzplätze mit Selbstbedienungstheke, drei Gasträumen, einem Wintergarten, einem Bistro, einem Shop und drei großen Terrassen. An der Gesamtplanung beteiligten sich, neben dem Künstler und Architekten Herbert Maierhofer, die GLV, die Firma Lauser und die Firma Rockrohr. Die Bauphase erstreckte sich vom ersten Spatenstich im März 1996 bis zur Fertigstellung der Raststätte im November 1997. Entwurf und Planung begannen bereits im Januar 1994. Die Gesamtbaukosten betrugen ungefähr DEM 14.000.000. Der Bau der Raststätte wurde nach Aussagen Herbert Maierhofers von einer positiven Grundstimmung begleitet. Die entsprechenden Personen in der Verwaltung, die Öffentlichkeit und die Presse, sowie alle am Bau Beteiligten waren begeistert, so dass alles vom Genehmigungsverfahren bis zur Fertigstellung des Baus harmonisch ablaufen konnte. Interview
Herbert, eine der Fragen, die die meisten Besucher der Rasstätte Illertal-Ost beschäftigt ist: Wie kommt man auf die Idee, eine solche Märchenwelt inmitten des deutschen Autobahnnetzes zu platzieren? Es hing alles mit einer Reihe von Zufällen zusammen. Ich hatte ja schon vorher einiges in Österreich gebaut – und so wurde man auf mich aufmerksam. Mit gefiel die Idee, in Deutschland etwas Außergewöhnliches zu erstellen, und so nahm ich den Auftrag gerne an. Und dann passierte folgendes: Ich fuhr zu jenem Platz, an dem die Raststätte entstehen sollte. Während ich diesen betrachtete, sah ich für einen kurzen Moment alles schon vor mir. Nur für einen Augenblick. Die Manifestation dieses Lichtblitzes zu einer konkreten Idee geschah dann später im Kreise meiner Freunde in meinem Heimatort Birkfeld in der Steiermark. Die Grundidee war von vornherein klar: Das multikulturelle Leben auf den Autobahnen sollte sich in der Kunst-Raststätte widerspiegeln. Der Ort der Kunst-Raststätte eignet sich in ausgezeichneter Weise für einen derartigen Anspruch. Denn sie liegt fast genau an der „Europäischen Wasserscheide“. Wir kennen uns ja nun inzwischen schon eine Weile und ich hatte bereits des öfteren das Vergnügen, mit Dir zu philosophieren. Was mir dabei am meisten Spaß macht ist, dass Dir trotz all Deines Ernstes und trotz aller Gewissenhaftigkeit, die Du in Bezug auf Deine Arbeit an den Tag legst, immer ein gewisser Herr Schalk im Nacken sitzt ich meine natürlich nicht den aus der Politik. Ist dieser Schalk Dein kleiner Mann im Ohr, der Dich leitet und Dir dann hilft, diese märchenhaften, architektonischen und malerischen Ideen auch zu realisieren? Es ist wohl mehr eine Mischung aus den verschiedensten Faktoren. Dieser Schalk in meinem Nacken dient wahrscheinlich mehr dazu, bei der Realisierung eines Projektes die alltäglichen Probleme auf einer Baustelle gelassener zu nehmen. Nein, generell muß ich jedes Projekt aus verschiedenen Perspektiven sehen: Ich muss mir vorstellen, auf welche Weise beispielsweise der Koch möglichst kurze Wege erhält. Wie kann ich es der Putzkolonne möglichst einfach machen. Was kann ich tun, um die Toiletten tatsächlich zu einem „restroom“, wie es ja im Englischen so elegant umschrieben wird, werden zu lassen. Konkret bei der Raststätte kamen noch andere Überlegungen hinzu. Hier war zum Beispiel auch die Sichtweise eines Reisenden relevant: Wenn nämlich einer eine Reise tut, dann hat er nicht nur viel zu erzählen, sondern auch Hunger. Nur, während in früheren Epochen der Abstand der Poststationen und Wirtshäuser von der Tagesleistung eines Pferdes abhängig war, so sind die heutigen Labe-Stationen bzw. Autobahnraststätten schon im Stundenrhythmus zu erreichen. Deshalb war es notwendig, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und heute sieht man ja, dass schon das optische Erscheinungsbild dieses Bauwerkes neugierig macht und zum Verweilen einlädt. Wie kam es zu den verschiedenen Baustilen? Der Ankommende aus dem Süden wird von der Fassade noch einmal in den mediterranen Raum versetzt. Bei genauerer Betrachtung erkennt man schnell griechische, venezianische oder orientalische Elemente. Nachdem man nun sein Fortbewegungsmittel abgestellt hat, erreicht man über Brücken das Rasthaus, die nicht nur das Verbindende vermitteln sollen, sie sollen auch eine Trennung bewirken – nämlich die zur Erholung so wichtige Trennung Fahrt und Pause. Ja, tatsächlich sind bei der Raststätte viele Gegensätze augenfällig. Gegensätze, hm. Es ist eben jener Ort, an dem sich das Wasser für den Norden oder den Süden entscheidet. Und hier trifft der Norden Europas auf den Süden, und sie vereinigen sich in wunderbarer Weise. Übertragen auf einen globalen Vereinigungsgedanken sollte dieser in die Gestaltung der Kunst-Raststätte aufgenommen werden. Deshalb auch findet man griechische Tempelarchitektur neben einem chinesischen Pagodendach und venezianischen Fenstern. Wie selbstverständlich wird ein Fachwerkhaus komplett in den Baukörper integriert. Eine „männliche“ und eine „weibliche“ Brücke führen zum Eingangsbereich, der vom „Homo Luftikus“ und dem „Seifenblasenmonster“ bewacht wird. Innen- und Außenraum stehen in Kombination zu den Himmelsrichtungen. So symbolisiert die Längsachse des Gebäudes den Lauf der Sonne. Die Farbigkeit der Kunst-Raststätte wiederum soll im Gegensatz zum Grau der Straße stehen und den rastsuchenden Autofahrer in eine andere Welt entführen. Hier kann er sich erholen, sich wohl fühlen. Anatomische Besonderheiten sollten unbedingt Mittelpunkt der Gestaltung sein. Im Inneren dieses Gesamtkunstwerkes findet der aufmerksame Beobachter eine Vielzahl von liebevoll ausgearbeiteten und kunstvoll präsentierten Details. „Es sind einfach alles Dinge, die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind.“ Wie im richtigen Leben also. Gab es da nicht auch jede Menge erzählenswerte Episoden? Ja, etwa wie das Aufsetzen der drei Türme, die „Eistüte“, „Sahnehäubchen“ und „Maiskolben“ genannt werden. Das war schon sehr abenteuerlich. Die Türme wurden in der Nähe von Stuttgart gebaut und mussten mit einem Transporthubschrauber, einem russischen KAMOV KA-32, eingeflogen werden. Wegen des hohen Gewichtes der „Eistüte“ (ca. 4,8 t) konnte der Helikopter aber nicht vollgetankt werden, so dass er mit der Ladung zwischenlanden musste, um nachzutanken. Schon eine verrückte Sache. Was bedeuten die Figuren, was speziell der „Running Man“?
Die Figuren wurden extra für das Illertal-Projekt geschaffen. Von ihnen wird man durch das gesamte Objekt begleitet. Der R.M., wie wir den Running Man inzwischen nennen, könnte vielleicht als Ausdruck der Bewegung unserer Zeit stehen. Manchmal taucht er aber zu zweit und ineinander verschlungen auf – quasi als Ausdruck von Harmonie und Ruhe. Dann haben wir den Skulpturenpark mit seinen 12 Tierkreiszeichen-Motiven, und, und, und. Die genaue Beschreibung würde ein Buch füllen. Besser ist es, sich alles selbst anzuschauen. Am Beispiel „Illertal-Ost“ wurde „ganzheitliche Architektur“ gezeigt. Wie ist sie definiert und was bedeutet dieser Ausdruck? Alles steht mit allem in Beziehung. Innen- und Außenraum stehen in Kommunikation mit den Himmelsrichtungen. Bestimmte Materialien haben ihr natürliches Farbleben, andere wiederum bedürfen einer künstlichen Farbgebung. Und was soll beispielsweise mit der Farbgebung von Räumen bewirkt werden? Genauso wie in der Formensprache meiner Architektur ist auch die Farbvielfalt immer auf den Menschen und auf die Stimmung, die in ihm erzeugt werden soll, bezogen. Zum Beispiel hat ein rotes Sofa einen anderen Klang als ein weißes oder schwarzes Sofa. Bei vielen Raumgestaltungen setze ich Farbkompositionen, wie sie in der Natur anzutreffen sind, ein. Hier bevorzuge ich die sogenannte positive Palette der reinen, klaren Farben. In Kombination mit der entsprechenden Beleuchtung entstehen daraus Raumsituationen zum Wohlfühlen. Dies ist wiederum das Leitmotiv meiner Form- und Farbgebung in Innen- und Außenräumen. Das heißt also, dass Farben eines der Grundelemente zur architektonischen Gestaltung sind?
Farbe besitzt sowohl kühlende als auch erwärmende Eigenschaften. Dies ist bei der Raumgestaltung ein ganz besonders zu berücksichtigender Umstand, um einen Wohlfühlcharakter vermitteln zu können. Die Farbe entscheidet, ob ein Raum groß oder klein, freundlich oder unfreundlich erscheint, bedrückend oder befreiend. Unterschiedliche Raumsituationen erfordern daher unterschiedliche Farbgebung. Ein Museum bedarf einer anderen Farbkomposition als ein Büro, Wohnhaus oder Krankenhaus. Farbgebung ist ein intuitiver Umgang mit Räumen. So sind Raum und Farbe ein Konglomerat, und wie Salz und Pfeffer als Zutaten zu jeder bekömmlichen Speise untrennbar miteinander verbunden. Hast Du noch andere Projekte im Sinne der ganzheitlichen Architektur umgesetzt? Mein jüngstes Beispiel, bei dem Kunst in Verbindung mit Gastronomie verwirklicht wurde ist „Der Beck“ am Bahnhofsplatz in Erlangen, das wir soeben fertiggestellt haben. Frau Beck, die seit der Eröffnung sehr aufmerksam das Feedback beobachtet, teilte mir mit, dass sich Presse und Kunden durchweg begeistert zeigen. Was umfasst Deiner Ansicht nach Gastronomie? Gastronomie reicht hin bis zum Campingplatz und zu wiederentdeckten Wohnhöhlen. Herbert, was ist dann für Dich ein Hotel oder gar ein Traumhotel? Ein Hotel ist für mich eine Insel, eine Recreation Area. In einem Hotel will ich mich wohlfühlen, erfrischen, Energie Tanken. Wohlfühlen kann aber für viele unter Umständen auch heißen: besser und schöner als zu Hause. Das erinnert mich an die Zeilen, die ich in der aktuellen Ausgabe von „Lenz“ unter dem Titel: „Das macht aber Lust!!“ gelesen habe. Bei den aufgezählten Tips für Paare, die schon seit längerer Zeit zusammen sind, stand unter Punkt 2 „Hochzeitsnächte für Fortgeschrittene“: „Zu Hause ist es doch immer das Gleiche. Also raus aus dem Alltag. Ein Wochenende im Hotel schafft Zweite-Frühlings-Gefühle. Viele Hotels haben spezielle Weekendtarife. Wer es gerne romantisch hat, findet in schön gelegenenen Romantikhotels sein Liebesnest.“ Klar. Wohlfühlen umfasst auch das Wohlfühlen im Bett. Schließlich verbringt der Mensch ein Drittel seiner Lebenszeit im Bett. Gerade erst habe ich den Auftrag einer Möbelfirma beendet, für die ich eine Bettenvariation entworfen haben. Die Idee: Das Kopfteil lässt sich austauschen, das Gestell bleibt ganz nach dem Motto: „Wie man sich bettet, so liegt man“. Es ist eine von Grund auf ausbaufähige Schlafstätte, welche sowohl als Single- als auch als Doppelbett im Baukastensystem erweiterbar ist. Die Einzelelemente bestehen aus unterschiedlichen Materialien, wie Holz, Metall, Bugholz, etc. sind beliebig kombinierbar. Die einzelnen Bauelemente sind als Kopf-, Fuß- und Seitenteile austauschbar, in Kombination anzuwenden, oder im Steck- oder Schraubsystem zusammenzufügen. Die an die Säulen gekuppelten Ablageflächen sind höhenverstellbar und in diversen Formen, Farben und Materialien an das Grundgestell anzubringen. Damit lassen sich Räume unterschiedlich gestalten, was speziell für Hotels interessant ist. Eine Frage, die jetzt natürlich viele bewegen wird, die mit dem Gedanken spielen, vielleicht etwas in ihrem Unternehmen zu verändern: Was kostet denn nun Architektur in Verbindung mit Kunst? Um diese Frage zu beantworten, möchte ich folgende Episode erzählen: Zu Beginn meiner baulichen Betätigung begann ich bei meinen früheren Professoren und Lehrern auch schon die ersten, zaghaften Schritte in Richtung „Baukunst“ zu tätigen. So legte ich einmal die Fußbodenbretter quer also diagonal in den Raum teilte zwei gleich große Fensterhälften durch eine liegende Sprosse in vier gleich große Fenster, und gab den Wänden etwas Farbe, um sie nicht so kalt aussehen zu lassen. Anfangs waren meine früheren Lehrer und Meister nicht sehr begeistert von diesen Ideen, zumal sie fürchteten, dass eine solche Art von Raumgestaltung zwar schön, und sicherlich oft auch zweckmäßig sein möge, aber dem Bauherrn vielleicht doch zu hohe Kosten verursachen könnte. Es fiel mir allerdings nicht schwer, diese Argumente zu widerlegen: Denn blaue Farbe kostet annähernd gleich viel wie weiße. Eine Fenstersprosse ist auch nur eine geringe Investition, und den Fußbodenbrettern ist es vollkommen gleichgültig, ob sie gerade oder schräg verlegt werden. Am Ende wurde der geringfügige Mehraufwand für die Änderung der Verlegerichtung vom Bauherrn gerne in Kauf genommen. Ein schöner Schlußsatz. Herbert, ich danke Dir für das interessante Gespräch. Und nun, meine Damen und Herren, sind Sie an der Reihe, Ihre Fragen zu stellen. Bitte, wer möchte anfangen? (ca. 14.554 Anschläge) |
||||
|
REDAKTION Adriana Rossi
|
||||
FBMA-Treffen der Region Bayern Wasser sparen aber richtig! München/Hamburg Wasser ist ein kostbares Gut, mit dem es auch im Bereich der Hotellerie und Gastronomie hauszuhalten gilt. Wasser sparen bedeutet jedoch nicht, einfach den Hahn abzudrehen. Eine bloße Verringerung des feuchten Elementes kann ohne die geeigneten Maßnahmen schnell zu mangelnder Hygiene und zu Problemen in den Arbeitsabläufen führen. Den Wasserverbrauch auf Dauer zu senken, ohne dass die Sauberkeit darunter leidet, erfordert durchdachte Lösungen. Diplom-Kaufmann Werner Schäfer von „Mensch & Wasser“ weiß, wie Gastronomiebetriebe und Hotels das Konzept „Innovative Wasserspartechnik“ nutzen können, um deutlich Wasser zu sparen. Durch geeignete Massnahmen können Betriebe nicht nur ihren Wasserverbrauch senken, sondern zusätzlich Komfort und Hygiene noch verbessern. Dafür sorgen beispielsweise technische Hilfsmittel wie Magnetventile, Infrarotsteuerungen und neu entwickelte Öko-Duschköpfe. Werner Schäfer stellt das Konzept „Innovative Wasserspartechnik“ auf dem Treffen der bayerischen Mitglieder der Food + Beverage Management Association e.V. (FBMA) am 24. September 2001 (Beginn 10 Uhr) im „Cinemaxx“ am Isartorplatz 8 in München vor. Bei dem Treffen der FBMA gibt es noch einen zweiten Vortrag: Kunst fasziniert und lockt allerorten Besucher an. Zudem sorgt sie in der Hotellerie und Gastronomie fuer eine anregende und angenehme Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Wie gastronomische Betriebe und Hotels sich die Kunst zunutze machen können und welche Kriterien zu beachten sind, wenn Räume künstlerisch „aufgepeppt“ werden, stellt der Architekt Christian Pietschiny vom Projektteam Maierhofer-Pietschiny vor, das unter anderem innovative und preisgekrönte Ideen im Bereich der Gastronomie an Autobahnraststätten entwickelte. Das Treffen der bayerischen FBMA steht diesmal ganz unter dem Zeichen des Oktoberfestes. Ein Wies'n-Frühstück und ein Besuch des Löwenbräu-Zeltes sorgen für die richtige Atmosphäre. Gäste sind wie immer herzlich willkommen. Weitere Informationen gibt es bei Rolf Reichardt, Telefon: 0171-8328986.
|
||||
|
|
||||
|
HERAUSGEBER Food + Beverages Management Association e.V. |