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baz004 / Dezember 1994 Abschlußfeier der Schiller International University Warum die Hutkordel auf die linke Seite kommt Heidelberg – Am Samstag, 17. Dezember, fand die Abschlußfeier des akademischen Jahres 1994 der Schiller International University statt. Anläßlich dieses Ereignisses bot der weihnachtlich geschmückte Königssaal des Heidelberger Schlosses den entsprechenden würdigen Rahmen. Und hier konnte man erleben, was man sonst normalerweise nur aus englischen oder amerikanischen Filmen kennt: Über 60 junge Männer und Frauen in Talaren und mit einem „Deckel“ auf dem Kopf schreiten zu ihren Plätzen in den vorderen Reihen. Es fällt auf, daß etwa die Hälfte von ihnen ganz in Schwarz erscheint, wogegen die anderen an ihrem Talar noch eine Art Kapuze aus verschiedenfarbigem Satinhaben. Bei noch genauerem Hinsehen erkennt man auch, daß die Kordel der Kopfbedeckung bei den einen auf der rechten, bei den anderen auf der linken Seite baumelt. Das hat natürlich seine Gründe, aber davon später ... In einer Ansprache unterstrich die Campus-Leiterin Lisa Evans das Hauptanliegen der seit 30 Jahren bestehenden Schiller International University, nämlich das der Völkerverständigung. Daß diesem Anspruch auch tatsächlich genüge getan wird, zeigt die Liste der diesjährigen Absolventen, die aus mehr als 15 verschiedenen Ländern stammen und deren Nationalflaggen an diesem Abend auf der Saalbühne aufgereiht sind. Da die Welt immer näher zusammenrücke, sei die gegenseitige Toleranz der Völker unabdingbar, so die Leiterin. Dem konnte sich die Gastrednerin Margret Dotter, Vorsitzende des Ausländerrates Heidelberg, nur anschließen. Nach ihren Worten bedürfe es dazu auch der dringenden Reform der bestehenden Ausländergesetze. Doch was hat es denn nun mit dieser Kordel auf sich? Ganz einfach: Bevor die Absolventen ihre Urkunde auf der Bühne überreicht bekommen, hängen die Kordeln rechts. Nachdem sie das begehrte Dokument in Empfang genommen haben, legen sie die Kordel auf die linke Seite. Diese Zeremonie berechtigt sie zur Titelführung des „Bachelor of Arts“ (B.A.), oder des „Bachelor of Business Administration“ (B.B.A.), den niedrigsten akademischen Graden in den englischsprachigen Ländern (bei uns würde das ungefähr einem Magister entsprechen). Diejenigen mit den farbigen Kapuzen hatten diesen Auftritt schon einige Zeit hinter sich. Sie waren hier, um sich ihre Titel als „Master of International Management“ oder „Master of Business Administration“ abzuholen. Die Auftritte der Absolventen fanden unter Beifall und den Jubelrufen der jeweiligen „Fangemeinde“ statt, wobei die türkischen Vertreter einen zusätzlichen Anlaß zur Freude hatte: Unter den Ehrengästen befand sich ihr Generalkonsul in Begleitung seiner Frau. Im Rhythmus von „Gaudeamus igitur“ marschierten die jungen Akademiker dann Richtung Sektbar und leiteten damit den Empfang ein. Die Gäste ließen sich auch nicht lange bitten, denn so viele Ehrungen machen ja bekanntlich durstig... (ca. 2.940 Anschläge)
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TEXT Adriana Rossi
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Badische Anzeigen Zeitung BAZ, 21./22.12.1994 |